Als Kleidung nutzten Menschen Felle schon zu Urzeiten, und auch zur Ausstattung ihrer Behausungen griffen sie bald auf das Haar einiger Tiere zurück. Besonders gutes Material hat hierbei immer das Schaf geliefert: die Wolle. Das Geheimnis ihrer Vorteile liegt in der Oberflächenstruktur der Wollfaser, die sowohl strapazierfähig als auch wasserabweisend ist und zugleich Feuchtigkeit aufnehmen kann. Und Wolle ist nicht nur nützlich, sondern auch schön. Sie kann sehr nuanciert eingefärbt werden und bleibt farbecht.
Die Verarbeitung von Schafswolle ist aufwendig: Die Schur wird nach Eignung und Qualität sortiert, mit einem Prüfzertifikat versehen und an der Wollbörse verkauft. Es folgen die Reinigung, das Waschen, das Carden und das Spinnen. Der so entstandene Garn wird gewebt, geknüpft oder getuftet, d.h. in ein bereits fertiges Gewebe eingenadelt. Weil beim Tuften Schlingen entstehen, heißt das Produkt, je nach Stärke des verwendeten Garns, grobe oder feine Schlingenware. Durch das Aufschneiden der Schlingen entsteht der sogenannte Velours.
Abschließend erhält die Nutzschicht des Bodens, der Flor, zur Stabilisierung einen Rücken aus textilem Gewebe (z.B. Jute). Aus Wolle gefertigte Bodenbeläge sind daher äußerst haltbar und von bleibender Elastizität. Sie sorgen für gute Wärme- bzw. Schalldämmung und eine natürliche Regulierung des Raumklimas. Da sie sich nicht statisch aufladen, erleichtern sie auch die Reinigung, denn Schmutzpartikel werden nicht magnetisch angezogen.
